Besuch des Papstes Benedikt XVI. in der Tschechischen Republik - Praha - Brno - Stará BoleslavBesuch des Papstes Benedikt XVI. in der Tschechischen Republik - Praha - Brno - Stará Boleslav

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Kirche Maria vom Siege - Prager Jesulein

Kirche Maria vom Siege - Prager Jesulein

In einem der ältesten Teile des historischen Stadtkerns von Prag – auf der Kleinseite – stehen die Kirche St. Maria de Victoria des Ordens der Unbeschuhten Karmeliten und das Kloster des Prager Jesulein. Der Name des hiesigen Klosters leitet sich von der Statue des Jesulein ab, das die hiesige Karmelitengemeinschaft nur wenige Jahre, nachdem sie sich hier in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts angesiedelt hatte, zum Geschenk erhielt. Dank dieser raren Wachsstatue wurde die Kirche zu einem beliebten Wallfahrtsort für Gläubige aus aller Welt und zu einem der Hauptwallfahrtsorte der Prager Erzdiözese. Jedes Jahr kommen bis zu zwei Millionen Pilger hierher.

Kirche St. Maria de Victoria

Die Kirche, die auch "Kirche Maria vom Siege" oder auf Tschechisch "Kostel Panny Marie Vítìzné" genannt wird, wurde in den Jahren 1611 bis 1613 errichtet. Nach der Schlacht am Weißen Berg im Jahre 1620 wurde sie dem Orden der Unbeschuhten Karmeliten übergeben, die sie am 8. September 1624 der Hl. Jungfrau Maria vom Siege und dem Hl. Antonius von Padua weihten.

Die Kirche ist ein bedeutender Saalbau römischer Art, der teils im Renaissance-, teils im Barockstil ausgeführt ist. An der Südseite der Kirche liegt auch ein umfangreiches Kloster, in dessen Gebäuden jedoch heute das tschechische Ministerium für Schulwesen, Jugend und Sport untergebracht ist – durch ein Dekret des Habsburger Kaisers Joseph II. war das Kloster 1784 nämlich aufgelöst worden. Auf Wunsch des Erzbischofs von Prag, Kardinal Miloslav Vlk, konnte der Orden der Unbeschuhten Karmeliten 1993 wieder hierher zurückkehren. Heute gehören dem Orden die Kirche und das anliegende Pfarrhaus.

Statue des Prager Jesulein

Statue des Prager JesuleinDiese Statue erhielten die Unbeschuhten Karmeliten 1628 von der Adeligen Polyxena von Lobkowicz geschenkt, die sie von ihrer Mutter, der spanischen Herzogin Marie Marique der Älteren, erhalten hatte. Polyxena von Lobkowicz erfüllte mit ihrem Geschenk den Wunsch der hiesigen Karmeliten, die sich in ihrem Kloster nach einer Statue oder einem anderen Abbild des Jesuskindes sehnten. Sie wollten so ihre tiefe Verehrung der Verkörperung Gottes und des Herrn Jesus Christus zum Ausdruck bringen. Sie nahmen sich auch an der Hl. Theresa von Ávila (der Reformatorin des Karmelitenordens im 16. Jahrhundert) ein Beispiel, die bei der Gründung neuer Klöster immer ein Jesuskind bei sich hatte.

Die Statue des Prager Jesulein ist 47 Zentimeter hoch, ihre Oberfläche ist aus farbigem Wachs modelliert. Aus kunsthistorischer Sicht handelt es sich um ein sehr seltenes Objekt, das eine bestimmte Strömung der damaligen Kultur in Spanien belegt. Das Prager Jesulein ist die weltweit am meisten verehrte Statue des Jesuskindes.

Wie viele andere Barockstatuen auch ist das Prager Jesulein in ein Kleid gehüllt – dessen Farbe hängt vom jeweiligen Abschnitt im Kirchenjahr ab. Insgesamt enthält die Garderobe des Jesulein ungefähr 100 Kleider, die ihm von seinen Verehrern als Geschenk und als Dank für die Erfüllung von Fürbitten geschenkt wurden. Zu den seltensten Stücken in dieser Sammlung gehört das Kleid, das ihm vom Kaiser Ferdinand II geschenkt wurde, oder das von Kaiserin Maria Theresia gewidmete Kleid. Die gesamte Garderobe des Prager Jesulein ist ein Kulturdenkmal der Tschechischen Republik.

Pilger und das Prager Jesulein

Zum Prager Jesulein kommen nicht nur Pilger aus den umliegenden europäischen Ländern, sondern es erfreut sich auch in Irland, Spanien, auf den Philippinen und in den Ländern Lateinamerikas und Afrikas sowie in Indien großer Beliebtheit. Auf fast allen Kontinenten finden wir Kopien und Kultstätten dieser kleinen Statue. Viele Menschen, die vor ihr zu Gott gebetet haben, erhörte sie auf wundervolle und ungewöhnliche Art und Weise. Die Menschen hier in der Kirche bitten das Jesulein um Hilfe, Gesundung, Frieden, manche erwarten vertrauensvoll die Geburt ihres Kindes, und viele kehren zurück, um dem Jesulein hier für seine Wohltaten zu danken, die es ihnen gespendet hat.

Der Krönung des Jesulein

Die Krönungsfeier der gnadenvollen Statue des Jesuskindes wird jedes Jahr am ersten Maisonntag ausgerichtet. Die Feier hat ihren Ursprung in der Geschichte: Nachdem 1651 eine Prozession mit der wundertätigen Statue des Prager Jesulein durch die Prager Kirchen stattfand, wurde es vier Jahre später feierlich mit einer goldenen Krone gekrönt – einem Geschenk des Burggrafen des böhmischen Königreichs, Bernard Ignác Boøita von Martinice, dem zweithöchsten Mann im Land nach dem Kaiser. Er drückte so den gemeinsamen Glauben des christlichen Volkes in die souveräne Macht Christi – des Königs der Könige und des Herrn der Herren – aus.

Die Unbeschuhten Karmeliten und das Prager Jesulein

Die Gemeinschaft der Unbeschuhten Karmeliten im Kloster des Prager Jesulein besteht derzeit aus fünf Ordensbrüdern. Alle Mitglieder der Gemeinschaft sind insbesondere mit der Fürsorge um die Pilger beschäftigt. Neben dieser Tätigkeit widmen sie sich auch der Instandhaltung und Rekonstruktion der Wallfahrtsstätte. In den Räumen der Kirche betreiben sie außerdem ein Museum mit den Kleidern des Prager Jesulein und seltenen sakralen Gegenständen. Im hinteren Teil der Kirche befindet sich auch ein Geschäft mit Erinnerungsstücken.

Einer der Karmelitenbrüder – Pater Anastasio Roggero – sammelt außerdem Mittel für die Missionstätigkeit des Ordens in der Zentralafrikanischen Republik.

Weitere Informationen: www.pragjesu.info




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